• Antwort:

    Ein erfülltes Sexualleben ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden und glücklichen Beziehung. Unzufriedenheit mit der sexuellen Beziehung führt zu Frustration und zerstört das intime Verhältnis von Paaren, was wiederum zu großen Problemen in der Partnerschaft führen kann.

    Vorzeitige Ejakulation (auch als frühzeitige Ejakulation, rasche Ejakulation oder Ejaculatio praecox bezeichnet) ist ein frustrierendes sexuelles Problem bei Männern, wobei der Mann seine Ejakulation während der sexuellen Aktivität nicht so lange zurückhalten kann, wie er oder seine Partnerin es gerne möchte. Obwohl vorzeitiger Samererguss auf den ersten Blick zunächst den Mann betrifft, können sich daraus auch ernsthafte Folgen für das Sexualleben seiner Partnerin und für die allgemeine Lebensqualität des Paares entwickeln.

     

    Die Experten für sexuelle Gesundheit sind sich darüber einig, dass vorzeitiger Samenerguss drei Schlüsselfaktoren umfasst:

    • eine kurze Zeit vom Eindringen bis zur Ejakulation (oder Ejakulation vorm Eindringen);
    • mangelndes Gefühl der Kontrolle über die Ejakulation;
    • Unzufriedenheit oder Probleme aufgrund von vorzeitiger Ejakulation.

     

    Man unterscheidet zwei Formen von vorzeitigem Samenerguss: Er kann bereits beim ersten Geschlechtsverkehr auftreten (bekannt als lebenslange oder primäre Ejaculatio praecox) oder sich erst im späteren Verlauf des Lebens nach Jahren normaler Sexualfunktion entwickeln (bekannt als erworbene oder sekundäre Ejaculatio praecox). Bei den Partnerinnen der von vorzeitiger Ejakulation betroffenen Männer entsteht oft sexuelle Unzufriedenheit. Sie vermissen die Intimität ihrer Beziehung, reagieren verärgert oder haben sogar das Gefühl für den Zustand verantwortlich zu sein. Viele Partnerinnen sprechen dennoch ungern über das Problem, weil sie Angst haben, die Gefühle des Mannes zu verletzen. Sie sollten aber wissen, dass es sich dabei um eine zwar frustrierende, aber behandelbare sexuelle Funktionsstörung handelt. Wenn Sie Ihren Partner dazu ermutigen, sich seinem Arzt anzuvertrauen, kann ihm eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten angeboten werden.

     

    Vorzeitiger Samenerguss wird manchmal mit erektiler Dysfunktion (ED; Impotenz) verwechselt, einer Störung, bei welcher der Mann keine ausreichende Erektion für den Geschlechtsverkehr erreicht oder aufrecht erhalten kann. Männer, die unter vorzeitiger Ejakulation leiden, ejakulieren mit einer steifen Erektion, wohingegen bei Männern mit ED die Erektion vor dem Samenerguss zurückgehen kann. Anders als ED, steht der vorzeitige Samenerguss selten im Zusammenhang mit ernsten zugrunde liegenden Erkrankungen, wie einer Herzkrankheit oder Diabetes; es ist allerdings möglich sowohl an vorzeitiger Ejakulation als auch an ED zu leiden.

    Die Hauptunterschiede zwischen vorzeitiger Ejakulation und ED

     

    Vorzeitige Ejakulation Erektile Dysfunktion (ED)
    Kein Problem, eine für den Geschlechtsverkehr geeignete Erektion zu erreichen. Problem, eine für den Geschlechtsverkehr geeignete Erektion zu erreichen oder die Erektion des Penis bis zum Ende des Geschlechtsverkehrs aufrechtzuerhalten.
    Penis bleibt bis zur Ejakulation steif. Penis wird vor der Ejakulation oder vor Ende des Geschlechtsverkehrs schlaff.
    Ejakulation tritt ein, bevor der Mann es wünscht, mit einem geringen Gefühl der Kontrolle über die Ejakulation, was zu Leidensdruck führt. Der Mann versucht möglicherweise schnell zu ejakulieren, bevor die Erektion nachlässt.
    Tritt mit gleicher Wahrscheinlichkeit bei Männern aller Altersgruppen auf. Häufiger bei älteren Männern.

    Falls Sie vermuten, dass Ihr Partner unter vorzeitigem Samenerguss oder ED leidet, sollten Sie ihn ermutigen mit einem Arzt darüber zu sprechen. Zuvor sollten Sie sicherstellen, dass er sich seine Symptome bewusst macht, damit der Arzt verstehen kann, wo das Problem liegen könnte und wie er ihn am besten behandeln kann. Vielleicht möchten Sie Ihren Partner ja auch zu diesem Gespräch begleiten.

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