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    1. Was ist Ejaculatio praecox?
    Die Experten für sexuelle Gesundheit sind sich darüber einig, dass vorzeitige Ejakulation drei Schlüsselfaktoren umfasst:
    • Weniger als zwei Minuten Zeit vom Eindringen bis zur Ejakulation (oder Ejakulation vor dem Eindringen)
    • mangelndes Gefühl der Kontrolle über die Ejakulation
    • Unzufriedenheit oder Probleme aufgrund der vorzeitigen Ejakulation

    Man unterscheidet zwei Formen von vorzeitigem Samenerguss: Er kann bereits beim ersten Geschlechtsverkehr auftreten (bekannt als lebenslange oder primäre Ejaculatio praecox) oder sich erst im späteren Verlauf des Lebens nach Jahren normaler Sexualfunktion entwickeln (bekannt als erworbene oder sekundäre Ejaculatio praecox).

    2. Wer ist von Ejaculatio praecox betroffen?
    Nach Meinung von Experten tritt bei etwa 20 Prozent aller Männer zu irgendeinem Zeitpunkt in ihrem Leben diese sexuelle Funktionsstörung auf. So wundert es nicht, dass vorzeitige Ejakulation nicht auf eine bestimmte Altersgruppe beschränkt ist – Untersuchungen haben gezeigt, dass Männer der unterschiedlichsten Altersgruppen etwa gleich häufig von vorzeitigem Samenerguss betroffen sind.
    3. Hat Ejaculatio praecox Folgen?
    Gemäß einer Umfrage, die mit 12.000 Männern durchgeführt wurde, hatten Männer mit vorzeitigem Samenerguss im Vergleich zu den übrigen ein deutlich schlechteres Sexualleben. Männer, die unter vorzeitigem Samenerguss leiden, machen sich mehr Sorgen über ihre Beziehung, manchmal meiden sie sogar gänzlich jede Partnerschaft. Die Auswirkungen reichen weit über den Geschlechtsverkehr und die Partnerschaften hinaus, die Lebensqualität insgesamt wird von diesen Männern schlechter beurteilt.

  • 4. Was ist der Unterschied zwischen vorzeitigem Samenerguss und Impotenz?
    Vorzeitiger Samenerguss wird manchmal mit erektiler Dysfunktion (ED; Impotenz) verwechselt, einer Störung, bei welcher der Mann keine ausreichende Erektion für den Geschlechtsverkehr erreicht oder aufrecht erhalten kann. Männer, die unter vorzeitigem Samenerguss leiden, ejakulieren mit einer steifen Erektion, wohingegen bei Männern mit ED die Erektion vor dem Samenerguss zurückgehen kann. Anders als bei ED, steht die vorzeitige Ejakulation selten im Zusammenhang mit ernsten zugrunde liegenden Erkrankungen, wie einer Herzkrankheit oder Diabetes; es ist allerdings möglich, sowohl an vorzeitigem Samenerguss als auch an ED zu leiden.
    5. Gibt es Techniken den Samenerguss zu verzögern?
    • Die "Stopp-Start-Technik" und "Squeeze-Technik" beinhalten eine Reihe von Übungen, die über längere Zeit praktiziert werden müssen und helfen sollen, das Gefühl der Kontrolle über die Ejakulation zu verstärken. Bei der „Stopp-Start-Technik“ wird der Penis allein oder mithilfe der Partnerin bis kurz vor den Punkt der Ejakulation stimuliert, um dann die weitere Stimulation einzustellen, bis wieder ein niedrigerer Erregungszustand erreicht ist. Dann beginnt die Stimulation erneut.
    • Bei der „Squeeze-Technik“ wird die Harnröhre durch die Partnerin abgequetscht („to squeeze“). Dabei legt sie den Daumen auf die Unterseite der Eichel, den Zeigefinger auf die Oberseite und drückt etwa 15 Sekunden kräftig zu, was allerdings sehr schmerzhaft sein kann.
    • Diese Techniken eignen sich am besten in stabilen Partnerschaften, da die Frau ihrem Partner engagiert helfen und Verständnis aufbringen muss, damit die Therapie Aussicht auf Erfolg hat.
    • Anleitungen zu Verhaltenstechniken erhalten Sie im Allgemeinen nicht von Ihrem Arzt, sondern von einem Sexualtherapeuten.

  • 6. Wie kann man dem Arzt das Problem am besten schildern?
    Wer von vorzeitiger Ejakulation oder ED betroffen ist, sollte mit einem Arzt darüber sprechen. Es ist wichtig, dem Arzt die Symptome so präzise wie möglich zu beschreiben. Das erleichtert dem Arzt die Orientierung, wo das Problem liegen könnte und welche Behandlung zielführend ist.
    Hier steht eine praktische Vorlage für das erste Gespräch mit dem Arzt bereit. Einfach herunterladen, die Fragenkomplexe ausfüllen und mitnehmen.
    7. Kann meine Partnerin helfen?
    Der Befund ist für Betroffene wie für ihre Partnerinnen frustrierend. Beide sollten aber wissen, dass es sich bei Ejaculatio praecox um eine behandelbare sexuelle Funktionsstörung handelt. Deshalb lohnt es sich, den Partner bzw. sich selbst zu ermutigen, sich einem Arzt anzuvertrauen. Denn der Arzt kann Orientierung geben und eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten anbieten.
    8. Wie findet man den richtigen Arzt?
    Der Urologe ist auf sexuelle Funktionsstörungen spezialisiert. Einen Urologen in Ihrer Nähe finden Sie hier:
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